Donnerstag, 27. April 2017

Buchtipp: Michael Peinkofer - Tote Helden

 

Autor: Michael Peinkofer
Titel:
Tote Helden
Reihe: Die Legende von Astray 1
Genre: Fantasy
Seiten: 528

Verlag: Piper
Veröffentlichung: 20. März
ISBN: 978-3492703420
Preis: 16,99€ (broschiert)










Klappentext: Für die einen waren sie Helden. Für andere Legenden. Für wiederum andere waren sie nur dämliche Arschlöcher. Doch niemand ahnt, dass sie wieder zurück sind … Im Jahr 37 nach dem Fall des tyrannischen Kaiserreichs sind die Helden von einst vergessen. Der Abyss, ein tiefer Abgrund, durchzieht den Kontinent Astray seit jener letzten erbitterten Schlacht und hat die Völker gespalten. Könige, Herzöge und fanatische Sektierer ringen um die Macht. Nur der Sänger Rayan erhält die Erinnerung an die Legenden der Vergangenheit am Leben – denn seine Visionen sagen ihm, dass in den Tiefen des Abyss eine Bedrohung lauert. Und dass nur die alten Legenden ihr die Stirn bieten können … (Quelle)

"Vielleicht", entgegnete Lahad feierlich, "glaube ich ja noch an die Kraft der Maige - auch wenn es in diesem Land bei Strafe verboten ist." Seite 40
  • Die neue Saga von Michael Peinkofer setzt an einem Punkt an, an dem andere Fantasybücher ihre Geschichte längst beendet haben, maximal der Epilog kümmert sich in anderen Werken noch darum, was 37 Jahre danach passiert ist. Aus diesem Grund schwingen in dieser Geschichte zwei Handlungen mit. Einmal die Handlung, die deutlich vor uns ausgebreitet wird, aber eben auch all das, was vor 37 Jahren passiert ist und nicht in allen Einzelheiten erzählt wird, lediglich mit Andeutungen müssen wir als Leser versuchen das Puzzle zusammen zusetzen.
  •  Ich habe die anderen Werke Peinkofers nicht in aller Einzelheit verfolgt, teils gar nicht gelesen, teils nur Auszüge. Aus diesem Grund kann und will ich  nicht vergleichen. 
"Auch wenn so weit das Wasser und endlos liegt das Meer, 
zieht ein Stein doch Kreise, erst leis, dann immer mehr. 
Und noch während Menschen denken und sinnen unentwegt, 
hat der Stein im Wasser längst schon etwas bewegt." (Seite 198)
  •  Tatsächlich habe auch ich zu Beginn des Werkes die Stirn in Falten gelegt. Haben wir es hier nur mit einem Games-of-Thrones-Abklatsch zu tun? Kann man vielleicht sogar von Ideenklau sprechen? Diese Phase muss man als Leser überwinden, denn es gibt einen "Zwerg", der viel Rafinesse mitbringt, es gibt einen Königsrat inklusive Eunuchen, es gibt verschiedene Länder, es gibt mehrere Handlungsstränge, die zunächst scheinbar nichts miteinander zu tun haben. Aber all diese Punkte waren auch schon vor "GoT" vielen High-Fantasy-Romanen eigen. Man kann und sollte es nun weder dieser Geschichte, noch dem Autoren vorwerfen.
  • Denn es entwickelt sich dann eine ganz eigene Handlung, mit eigenen Charakteren, Absichten, Plänen. Ja, das Rad wird hier trotz der 37 Jahre Trennung zu letzten Heldentaten wirklich nicht neu erfunden. Aber das ist meiner Meinung nach nicht notwendig, denn man hat nicht nur solide, sondern gute Fantasykost in der Hand.
  • Spannung und Humor haben mir ein großes Lesevergnügen bereitet. Die Seiten flogen dahin und ich konnte keinerlei Längen feststellen. Natürlich muss die Geschichte erst in Fahrt kommen und zunächst laufen zwei (später sogar drei bis vier) Handlungsstränge nebeneinander, die sich nicht kreuzen. Der Roman ist aber nicht überladen mit Figuren, man kann gut den Überblick behalten und sollte sich von der Personenliste zu Beginn des Buches nicht abschrecken lassen. Die Handlungsstränge kreuzen sich schlussendlich erst auf den letzten 50 Seiten. 
  • Aber alle machen ja auch unmissverständlich klar, dass dies der Auftakt zu einer neuen Reihe ist. Was wäre eine Fantasyreihe, wenn alle Fragen im ersten Buch beantwortet werden und alle Probleme gelöst? Auch das Kartenmaterial deutet auf eine umfassende Geschichte hin, die uns noch viele Stunden Lesevergnügen bereiten kann. Ich hatte das Gefühl einen spannenden Prolog für eine lange Saga zu lesen und bin gespannt, wieviele Bücher es hier am Ende werden!
"Um etwas so abgrundtief zu verabscheuen, wie er es tun, muss man davon überzeugt sein, dass es existiert." Seite 425 


Dienstag, 25. April 2017

Happy Mails machen glücklich!

 Happy Mails machen glücklich!
Ich habe am Osterwochenende eine bekommen und sie war riesengroß! 
So viel drin und sooo viel Schönes. Hach. *love*


 Papier, Stickynotes, Sticker, Geschenkkarten, Washitapes, Postkarte und
und 
UND
ein MAIGRÜNER PITT Artist Pen von Faber Castell *.* 


Hach!!!

Sonntag, 23. April 2017

Genießertipp: Tee, die 1.

Teekann - Grüner Tee Kirsch Vanille 
Drei Komponenten sind zusammen mehr als ihre Einzelteile!
Ich gebe zu, ich bin eigentlich eher die klassische Früchtetee-Trinkerin. Aber da ich inzwischen sehr viel Tee trinke, versuche ich auch immer wieder Neues auszuprobieren und wage mich auch mal an "echten" Tee.

Grüner Tee pur hat einen Eigengeschmack, den ganz klar nicht jeder mag - ich auch nur bedingt und selten.
Hier wird der Tee aber mit dem Aroma von Kirsch und Vanille kombiniert. Auch Kirsche und Vanille mag ich in übertriebenen Ausprägungen nicht sehr gerne. Kann das gut gehen?

Ja, es kann. Teekanne ist es gelungen eine ausgewogene Mischung zwischen diesen drei Komponenten herzustellen. Der Eigengeschmack des Tees wird abgemildert. Die Kirsche und Vanille sind deutlich wahrzunehmen, aber beide drängen sich nicht auf.
Selbst im lauwarmen Zustand - für mich bei grünem Tee eigentlich ein No-Go, der geht nur heiß bis sehr warm - ist es gut genießbar und ich trinke ihn gerne.

Selbst jetzt im Frühling erinnert er trotz der Vanille nicht an den Winter, wodurch er ein guter "Ganzjahrestee" ist.

Freitag, 21. April 2017

Es gibt was auf die Ohren!

Die Toten Hosen - Unter den Wolken 

Meine ganz persönliche Meinung zu dieser Single mitsamt B-Seiten. 

Ich habe mir bewusst lange Zeit gelassen, bevor ich eine Rezension zu dieser Single schreibe und damit meine Meinung der Welt preis gebe. Und mir war klar, dass bis dahin alles vorhanden sein wird, also alle Sterne bereits vergeben.

So ist es tatsächlich. Siehe Amazon.



Die drei Lieder auf der Maxi-CD sind:
1. Unter den Wolken
2. Gegenwind der Zeit
3. Totes Meer


Sind wir ehrlich: Die Hosen haben sich verändert. Sie sind nicht mehr die, die sie zu ihrer Anfangszeit waren. Überraschung!
Ja, auch Bands verändern sich. Würden sie es nicht tun, kämen früher oder später alle um die Ecke und würden sagen "Uff, wir können es nicht mehr hören".
Tatsächlich ist dies aber auch eine typische Hosen-Single.
Melodisch erinnert das Lied "Unter den Wolken" tatsächlich stark an "Tage wie diese" und das ist auch nicht mein Lieblingslied. Inhaltlich ist "Unter den Wolken" deutlich politischer, deutlich aussagekräftiger und nein. Ich kann keinen erhobenen Zeigefinger sehen. Es gibt einige interetextuelle Bezüge zu dem Evergreen "Über den Wolken", auch das kann man nicht leugnen. Melodie und Inhalt sind trotdem grundverschieden.
Desweiteren denke ich, dass sich "Unter den Wolken" extrem gut live machen wird. Zum Mitgröhlen wunderbar geeignet. Auf der Platte bleibt das Lied eher leblos - auch da sieht man Ähnlichkeiten zu "Tage wie diese".

Tatsächlich trauere auch ich ein wenig um "Gegenwind der Zeit", das ziemlich sang- und klanglos untergehen wird, weil es eben nur eine B-Seite ist - von den wenigsten gehört werden wird. Dabei ist der Inhalt so politisch und so wichtig. Ich habe die Hoffnung, dass das Album ein Lied bietet, das mindestens mithalten kann.

Totes Meer ist dann eher eine klassische B-Seite, die man häufiger hören muss, um sich wirklich einzuhören. Am Ende aber auch ein typischer Hosen-Song.

Alles in allem bin ich nicht geflasht von dieser Single, war ich aber letztes Mal auch nicht und dann am Ende mit dem Album trotzdem glücklich. Ähnliches erwarte ich hier. Es sind die Hosen, wie wir sie kennen!


Ich bestelle selten etwas vor. 
Diese CD habe ich vorbestellt. Mit der stillen, leisen Hoffnung, dass die CD vielleicht schon am 4.5. da ist *.*

Mittwoch, 19. April 2017

Geschenkidee gesucht?

Oft ist es so, dass aus Kundenwünschen heraus Produkte entstehen, die dann auch alle anderen kaufen können. Also "alle anderen" seid ihr! ;)
Dieses Herz ist so ein Fall:

https://de.dawanda.com/product/114490103-gefaltetes-buch-herz-mit-name-nach-wunsch

 Natürlich soll und kann jeder seinen Wunschnamen in das Herz bekommen. Freundin, Freund, Ehefrau, Ehemann, Geliebte, Geliebter, Lieblingshund, Lieblingskatze, Lieblingshamster, Heimatstadt, Herzenstadt, Fußballverein, Handballverein, Schachverein...

Den Ideen sind hier wirklich keine Grenzen gesetzt! Für alles finden wir eine Lösung - versprochen!


https://de.dawanda.com/product/114490103-gefaltetes-buch-herz-mit-name-nach-wunsch


















Ich freue mich auch auf eure Ideen und Ideen zur Abwandlung. Ich liebe Nachrichten, die mit "Geht das auch so oder so?" anfangen. ;-) Fast alles ist irgendwie möglich. Schaut gerne mal vorbei

Montag, 17. April 2017

Buchtipp: Elena Ferrante - Meine geniale Freundin (Band 1)

 
Autor: Elena Ferrante
Titel:
Meine geniale Freundin
Reihe: Neapolitanische Saga Band 1
Originaltitel: L'amica geniale
Genre: Gegenwartsliteratur
Seiten:
422
Verlag: Suhrkamp
Veröffentlichung: 29. August 2016

ISBN: 978-3518425534
Preis: 22,00 Euro (gebunden)




Klappentext: Sie könnten unterschiedlicher kaum sein und sind doch unzertrennlich, Lila und Elena, schon als junge Mädchen beste Freundinnen. Und sie werden es ihr ganzes Leben lang bleiben, über sechs Jahrzehnte hinweg, bis die eine spurlos verschwindet und die andere auf alles Gemeinsame zurückblickt, um hinter das Rätsel dieses Verschwindens zu kommen.
Im Neapel der fünfziger Jahre wachsen sie auf, in einem armen, überbordenden, volkstümlichen Viertel, derbes Fluchen auf den Straßen, Familien, die sich seit Generationen befehden, das Silvesterfeuerwerk artet in eine Schießerei aus. Hier gehen sie in die Schule, die unangepasste, draufgängerische Schustertochter Lila und die schüchterne, beflissene Elena, Tochter eines Pförtners, beide darum wetteifernd, besser zu sein als die andere. Bis Lilas Vater seine noch junge Tochter zwingt, dauerhaft in der Schusterei mitzuarbeiten, und Elena mit dem bohrenden Verdacht zurückbleibt, eine Gelegenheit zu nutzen, die eigentlich ihrer Freundin zugestanden hätte.
Ihre Wege trennen sich, die eine geht fort und studiert und wird Schriftstellerin, die andere wird Neapel nie verlassen, und trotzdem bleiben Elena und Lila sich nahe, sie begleiten einander durch erste Liebesaffären, Ehen, die Erfahrung von Mutterschaft, durch Jahre der Arbeit und Episoden politischer Bewusstwerdung, zwei eigensinnige, unnachgiebige Frauen, die sich nicht zuletzt gegen die Zumutungen einer brutalen, von Männern beherrschten Welt behaupten müssen.
Sie bleiben einander nahe, aber es ist stets eine zwiespältige Nähe: aus Befremden und Zuneigung, aus Rivalität und Innigkeit, aus Missgunst und etwas, das größer und stiller ist als Lieben. Liegt hier das Geheimnis von Lilas Verschwinden? (Quelle)


  • Dies ist eine Geschichte, an der man kaum vorbeikommt. Das liegt daran, dass sie auf jeder Bestsellerliste auftaucht. Und in jedem Social-Media-Kanal stolpert man früher oder später darüber. Insbesondere jetzt, da Band 2 bereits erschienen ist. Tatsächlich ist es aber so, dass in einem anderen Fall weder Titel, noch Cover mich in irgendeiner Weise angesprochen hätten. Ich wäre immer und immer wieder daran vorübergegangen. Selbst der Klappentext kann mich nicht reizen. 
  • Trotzdem schreibe ich nun ein Buchtipp über dieses Werk, das ich als Hörbuch gehört habe und die Reihe werde ich auch weiter in diesem Medium verfolgen. Wie kommt es dazu? Tatsächlich stelle ich mir diese Frage selbst immer noch. Als ich begonnen habe, habe ich mich lange gefragt, was denn die anderen an dieser Geschichte finden und war versucht vorauszusagen, dass ich das Buch abbrechen würde. Aber jedes Buch sollte zunächst eine gebührende Chance bekommen und bald hat sich herausgestellt: Ich konnte nicht mehr aufhören. 
  • Das liegt in aller erster Linie an Ferrantes Schreibstil. Wow. Eine Mischung aus ausschweifenden Erzählungen, Beschreibungen und detailreichen Auseinandersetzung mit den kleinsten Szenen - und andererseits ein rasantes Tempo, wenn es plötzlich um Gewalt, psychisch und physisch - geht. Man muss ganz genau zu hören und zwischen den Zeilen lesen, um die Nuancen zu verstehen, sie nicht zu verpassen, die sich auf jeder einzelnen Seite finden. 
  • Desweiteren sind die Charakter in ihrer Alltäglichkeit außergewöhnlich. Zunächst haben gerade diese Charaktere mich abgeschreckt. Als Mädchen sind die beiden Freundinnen ja noch ganz interessant, besonders für jemanden, der mit Kindern arbeitet, aber dann wachsen sie so langsam zu jungen Frauen heran und verlieren ihr Kindliches. Sie sind so normal. Und dass ist es gerade, was es dann so spannend macht. Man hat schon so oft geschrieben, dass es diesem oder jenem Autor gelingt vielschichtige Charaktere zu zeichnen, nicht in Schwarz-Weiß-Schubladen zu schreiben - und doch ist es wohl kaum einem so gut gelungen wie dieser Autorin. Man erkennt sich selbst in jedem von ihnen wieder. Sie alle haben positive Seiten und teils so negative Abgründe, dass wir am liebsten jegliche Ähnlichkeit abstreiten würden. 
  • Man verfolgt den Lebensweg der beiden Mädchen von früher Kindheit bis zu einem Alter von 16 Jahren. Der Schnitt, der dann gemacht wird, ist einleuchtend, aber mit einem großen Cliffhanger - klar. Es erzählt das Leben einer oder zweier Mädchen, da sind nicht alle Fragen nach dem ersten Band geklärt. Jede Höhe, jede Tiefe durchlebt der Leser mit den Italienern und tatsächlich hat man nach kurzer Zeit das Gefühl, dabei zu sein, dazu zugehören. Man ärgert sich gemeinsam mit Elena, man fürchtet sich mit Lila, man leidet mit den jungen Männern. 
  • Denn auch die Nebencharaktere - die jungen Männern, die Eltern und Großeltern, Lehrer und Bewohner des Viertels - sind so scharf gezeichnet, dass man sie vor sich sieht und man fest davon überzeugt ist, sie auf der Straße erkennen zu können. 
  • Zusammenfassend sage ich, dass ich bisher das Gefühl habe, dass es eine Geschichte ist, die in ihrem Ablauf wenig aufweist, was einem nicht schon mal irgendwo begegnet ist. Aber die Art und Weise der Begegnung wird hier durch die Autorin, durch ihren Stil zu etwas ganz Besonderem und ja - Auch mich hat das "FerranteFieber" gepackt. Ich werde weiter hören! 



Samstag, 15. April 2017

Kleiner Basteltipp - Radiergummi

Radiergummi sind so Verbrauchgegenstände, die ich natürlich auch bisher gekauft habe, aber beschäftigt habe ich mich damit selten.
Es lohnt sich aber mal genauer hinzuschauen.

Hier bekommt man eine blaue Plastikhalterung und zwei "Rollen" Radierer. Die Halterung wirkt zunächst nicht sehr vertrauenserweckend, liegt dann aber sehr gut in der Hand.

Nachdem man die oberste Schicht des Radierers wegradiert hat, schmiert dieser nicht im geringsten und produziert auch verhältnismäßig wenig Krümel. Aufgrund der Form eignet er sich auch für kleine oder sehr präzise Flächen.

Ich bin angenehm überrascht und kann den Radierer gerade auch für das Handlettering empfehlen.

Donnerstag, 13. April 2017

Hochzeit - Bestseller

Hui, lange Zeit waren die Herzen groß im Rennen, aber seit einigen Wochen ist dieses Motiv, der absolute Bestseller:


Du willst auch so ein Buch?
Hier entlang!







Für dein individuelles Geschenk!

Dienstag, 11. April 2017

Buchtipp: Markus Heitz - Des Teufels Gebetbuch




Autor: Markus Heitz
Titel: Des Teufels Gebetbuch
Genre:
Fantasy (Urban-Mystery-Fantasy)
Seiten:
672
Verlag: Knaur
Veröffentlichung: 1. März 2017
ISBN: 978-3426654194
Preis: 16,99 Euro (broschiert)

Bei Amazon




Ich frage mich ja schon seit Jahren, woher der werte Markus Heitz seine Ideen nimmt. Jährlich erscheinen einige Bücher von ihm, die aber niemals alle in dieselbe Kerbe schlagen. Bei den meisten Autoren ist es ja so "Kennste eins, kennste alle (Bücher)." Das ist hier eindeutig nicht der Fall.
"Des Teufels Gebetbuch" läuft so auf einer Ebene mit "Totenblick" und "Oneiros" - also was das Setting betrifft. Wir befinden uns in der Gegenwart in Deutschland - mit klarem Fantasyeinfluss, was schnell deutlich wird, aber nicht die Strukturen, die wir aus unserem Alltag kennen über den Haufen wirft. Die Karten sind besonders, sie können Besonderes, aber davon weiß nicht jeder.

Mir gefällt auch an diesem Roman sehr gut, dass es keine Helden im klassischen Sinn gibt. Denn Heitz' Figuren sind selten perfekt, was sie menschlich macht und so fiebert der Leser besonders gerne mit. Unser Protagonist in diesem Roman ist nicht nur "trockener" Spielsüchtiger, auch Drogen und ein gestörtes Verhältnis zu seiner Familie spielen eine Rolle.

Es gibt immer mal wieder Rückblicke in die Zeit Johann Wolfgang von Goethes, der in diesen Rückblicken auch mitspielt, aber dabei keine Hauptrolle einnimmt. Es gibt Anspielungen auf den "Faust". Von anderen Lesern des Gebetbuches habe ich schon gehört, dass ihr Interesse an diesem Klassiker soweit gestiegen ist, dass sie diesen nun lesen wollen. Wir müssen aber so ehrlich sein, dass die inhaltliche Verwebung gering ist. Nicht jedem, dem "Des Teufels Gebetbuch" gefällt, wird auch "Faust" gefallen. Wobei es schon eine Lektüre wert ist.

Obwohl Heitz' Sprache meist klar und schnörkellos ist, beweist er hier gerade auch in den Rückblicken, dass er mit der Sprache spielen kann und auch so formulieren kann, dass man zumindest das gefühlt hat, man befände sich Ende des 18. Jahrhunderts, wenn die Figuren miteinander reden.

Da ich das Hörbuch gehört habe, noch einige Worte zum Sprecher:
Ich bin immer wieder schwer beeindruckt, wie es den Sprechern gelingt, so vorzulesen, dass in jedem Moment klar ist, welche Figur gerade redet, ohne dass es lächerlich wirkt. Daumen hoch! Uve Teschner liest einfach grandios.

Alles in allem kann ich auch Heitz' neuestes Werk uneingeschränkt empfehlen.
Kleine Längen im Mittelteil des Romans sind so schnell überwunden, dass sie kaum ins Gewicht fallen.